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Energiezukunft

Energie neu denken und aktiv umsetzen – in Uelzen und für die Region.

Ein großer See mit einem kleinen Weg und Wäldern herum, im Hintergrund ein hellblauer Horizont mit hellem Sonnenschein.

Ruhe bewahren – und gleichzeitig die Zukunft vor Ort bauen.

Wir haben ein Interview zur Einschätzung der aktuellen Lage im Nahen Osten und ihrer Auswirkungen auf Uelzen geführt – mit unserem Geschäftsführer Markus Schümann sowie Leif Jannis Röttger, Prokurist und verantwortlich für die Energiebeschaffung in unserem Unternehmen.

Herr Schümann, warum äußern sich die Stadtwerke Uelzen jetzt zur Lage?

„Weil die Menschen zu Recht Fragen haben. Die Ereignisse im Nahen Osten führen zu erheblicher Unruhe an den Rohstoff- und Energiehandelsmärkten – und das spüren wir über Preisanstiege bei Öl, Erdgas und auch Strom. Die Krisenlage hat so keiner von uns bestellt. Sie macht uns als Stadtwerke Uelzen genauso unglücklich wie unsere Kundschaft. Uns ist wichtig, in dieser Situation Orientierung zu geben – ruhig, ehrlich und verlässlich.“ – Markus Schümann
 

Herr Röttger, was passiert gerade an den Energiemärkten – kurz erklärt?

„Wir erleben aktuell eine Marktphase, die von starken Kursschwankungen geprägt ist. Je länger der Konflikt andauert, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich die angespannte Lage – ähnlich wie bei Kraftstoffpreisen – auch auf die Preise für Haushaltkund*innen von Strom und Gas auswirkt. Wichtig ist: Die Preisbewegungen betreffen Strom und Gas gleichermaßen – beim Strom aktuell noch weniger stark, aber spürbar. Wie schnell das beim einzelnen Haushalt ankommt, hängt unter anderem von Vertragslaufzeiten, Beschaffungszeitpunkten und zugesicherten Preisgarantien ab.“ – Leif Jannis Röttger
 

Müssen Kund*innen jetzt mit sofortigen Preisänderungen rechnen?

„Pauschal lässt sich das nicht sagen – genau das macht solche Phasen so schwierig. Manche Kund*innen sind durch laufende Verträge oder Preisgarantien zunächst geschützt, bei anderen kann es früher spürbar werden. Wir informieren unsere Kundschaft, sobald sich Änderungen an den Beschaffungsmärkten auf die Preise auswirken.“ – Leif Jannis Röttger
 

Was empfehlen Sie Kund*innen jetzt konkret?

„Besonnen bleiben. Wem es möglich ist, sollte aktuell eher auf Sicht fahren und Ruhe bewahren. Neue langfristige Laufzeitverträge sind in dieser Phase häufig nicht die beste Wahl. Der Vergleich mit dem Tanken trifft es ganz gut: Jede*r, die/der heute noch nicht zwingend tanken muss, wird das sicher auch noch etwas hinauszögern wollen. Genau diese Logik gilt oft auch bei Vertragsentscheidungen in sehr volatilen Märkten.“ – Leif Jannis Röttger
 

Viele denken: „Dann steige ich eben schnell um – weg von Gas, hin zur Wärmepumpe.” Hilft das kurzfristig?

„Kurzfristig ist das meist kein verlässlicher Ausweg. Strom- und Gaspreise hängen in der aktuellen Marktsituation weiterhin eng zusammen. Ein überhasteter, nicht gut geplanter Systemwechsel – etwa weg von Gas und hin zur strombetriebenen Wärmepumpe – bietet kurzfristig in der Regel keinen verlässlichen Ausweg aus der Krise, weil beide Energieträger von den Marktbewegungen betroffen sind. Langfristig ist die Transformation sinnvoll – aber die aktuellen Preissignale sind nicht so einfach zu umgehen.“ – Leif Jannis Röttger

Wieso der Strompreis mit dem Erdgaspreis zusammenhängt, erfahren Sie unter diesem Interview.
 

Wie steht es um die Versorgungslage – gibt es Risiken?

„Wir kommen aktuell aus dem Winter, eine unmittelbare Heizperiode steht nicht bevor. Gleichzeitig hat der Winter spuren hinterlassen: Nach einem vergleichsweise kalten Winter sind die Erdgas-Speicher in Deutschland weitgehend geleert worden. Damit richtet sich der Blick bereits auf den nächsten Winter und die Frage, zu welchen Preisen wieder eingespeichert werden muss – und welche politischen Leitplanken dafür gesetzt werden. Diese Unsicherheit wirkt als zusätzlicher Belastungsfaktor an den Märkten.“ – Leif Jannis Röttger
 

Herr Schümann, was ist in dieser Lage das Versprechen der Stadtwerke Uelzen?

„Wir werben für Ruhe – und wir handeln gleichzeitig verantwortungsvoll. Wir wollen für Stabilität sorgen, sauber informieren und nah bei den Menschen sein. Und ganz wichtig: Wir wollen kein Krisengewinner sein. Verlässlichkeit, Fairness und Nähe bleiben unser Maßstab – auch in schwierigen Zeiten.“ – Markus Schümann
 

Was ist aus Ihrer Sicht die langfristige Antwort auf solche Krisen?

„Die Situation zeigt sehr deutlich: Die Lösung kann aus unserer Sicht nur eine dekarbonisierte Energieversorgung hier vor Ort in Uelzen sein – sie schafft Unabhängigkeit und Zuverlässigkeit. Genau daran arbeiten wir. Wenn wir langfristig stabiler und unabhängiger werden wollen, müssen wir unsere Energieversorgung vor Ort neu denken – und vor Ort umsetzen.“ – Markus Schümann
 

Was heißt „vor Ort umsetzen” ganz konkret für Uelzen?

„Bei dieser Mission für Uelzen wird uns niemand Arbeit abnehmen. Das müssen wir als Uelzener*innen gemeinsam gestalten. Umso wichtiger ist es, dass wir hier noch ein regionales Stadtwerk haben, das den vollen Fokus auf die eigene Region legt – andere Kommunen haben solch verfügbare Instrumente und Potenziale nicht.“ – Markus Schümann
 

Und wo stehen die Stadtwerke Uelzen dabei aktuell?

„Wir sind mitten in der Zielnetzplanung für eine vollständig dekarbonisierte Energieversorgung in Uelzen. Die kommunale Wärmeplanung war ein wichtiger Schritt – aber sie ist nur ein kleiner Teil. Entscheidend ist, dass wir das gesamte Versorgungssystem unserer Hansestadt vorausschauend neu beplanen. Wir arbeiten daran bereits seit mehreren Jahren und sind zuversichtlich, in absehbarer Zeit belastbare Ergebnisse vorstellen zu können.“ – Markus Schümann

 

Was ist das Merit-Order-System
– und warum beeinflusst Erdgas den Strompreis so stark?

Der Strompreis an der Börse entsteht nach dem sogenannten Merit-Order-Prinzip. Dabei werden die verfügbaren Kraftwerke nach ihren Produktionskosten sortiert: von günstig (z. B. erneuerbare Energien wie Wind und Sonne) bis teuer (z. B. Gaskraftwerke).

Zunächst wird der Strom aus den günstigsten Quellen ins Netz eingespeist. Reicht dieser nicht aus, um die Nachfrage zu decken, werden nach und nach teurere Kraftwerke zugeschaltet. Das entscheidende Prinzip: Der Preis für alle eingespeisten Strommengen richtet sich nach dem teuersten Kraftwerk, das noch zur Deckung des Bedarfs benötigt wird.

In vielen Situationen sind das aktuell Gaskraftwerke. Obwohl sie oft nur einen Teil des Stroms liefern, bestimmen sie dadurch den Preis für den gesamten Strommarkt. Das erklärt, warum steigende Erdgaspreise direkte Auswirkungen auf den Strompreis haben: Wird Gas teurer, steigen die Kosten der Gaskraftwerke – und damit auch der Börsenstrompreis insgesamt.

Das bedeutet vereinfacht: Auch günstiger erzeugter Strom wird am Ende zum Preis des teuersten noch benötigten Kraftwerks bezahlt.

Zukunftsstadtwerk.

Wir gestalten die Energieversorgung in Uelzen und der Region aktiv und zukunftsorientiert. Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern ein grundlegender Auftrag: Wir investieren kontinuierlich in erneuerbare Energien, stärken unsere Netzinfrastruktur und entwickeln innovative Lösungen für eine klimafreundliche Zukunft. Mit Windkraft und Photovoltaik setzen wir bereits auf die Kraft der Natur – und bauen so gemeinsam mit Ihnen eine verlässliche und umweltfreundliche Energiezukunft.

Unser Weg zur CO₂-freien Energieversorgung.

Die Klimaziele sind gesetzt: Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral sein. Um das zu erreichen, muss die Energieversorgung grundlegend umgebaut werden – weg von Kohle, Öl und Gas, hin zu erneuerbaren Energien und intelligenten Lösungen. Dieser Prozess heißt Dekarbonisierung.
Wir als Stadtwerke Uelzen gestalten diesen Wandel aktiv mit. Unser Ziel: eine Energieversorgung, die langfristig ganz ohne CO₂-Emissionen auskommt. Bereits heute setzen wir auf Windkraft, Photovoltaik und regenerative Wärmeversorgung.

2023 haben wir ein klares Konzept erarbeitet, das zeigt, wie Uelzen bis 2045 Schritt für Schritt klimaneutral werden kann – mit konkreten Maßnahmen für Strom, Wärme und Infrastruktur.
Das Konzept ist Teil des Projekts Zukunftsstadtwerk und eingebettet in die Norddeutsche Allianz – ein Bündnis aus 40 Stadtwerken, die sich gemeinsam für eine lebenswerte und klimafreundliche Region stark machen.

Photovoltaik & Windkraft

Uelzen-Strom

Photovoltaik-Anlagen erzeugen bereits heute klimafreundlichen Strom in unserer Region – auf Dächern, wie dem des Hundertwasserbahnhofs und auf Freiflächen, wie der Wiese vor der Justizvollzugsanstalt Uelzen. Auch die Windkraft spielt eine zentrale Rolle: Sie liefert verlässlich Energie und lässt sich besonders effizient einsetzen. Wir sind als Stadtwerke an den Windparks Trianel Borkum 1 & 2 beteiligt – zwei große Windparks in der Nordsee bei der Insel Borkum.

Nahaufnahme eines Wasser Windkraftwerks, im Hintergrund sind einige weitere Windkraftwerke im Wasser zu sehen.

Im Wandel:

Wärme
versorgung

Ein großer Teil der CO₂-Emissionen entsteht im Gebäudebereich. Umso wichtiger ist es, auch die Wärmeversorgung klimafreundlich weiterzuentwickeln. Die Hansestadt Uelzen erarbeitet dazu eine langfristige Wärmeplanung. In Uelzen gibt es Potenziale für Nah- und Fernwärmelösungen, unterstützt durch Geothermie. In dichter bebauten Bereichen unserer Stadt bieten Wärmenetze eine zukunftsfähige Alternative zu fossilen Heizsystemen.

Luftaufnahme der Uelzener Skyline mit Häusern, Marktplatz & Kirche zwischen vielen Bäumen, im Hintergrund ein hellblauer Horizont mit hellem Sonnenschein.

Heute verlässlich. Bereit für morgen.

Unsere Netze.

Unsere Strom- und Gasnetze versorgen unsere Region zuverlässig und bilden das Fundament für die Energieversorung von heute – und morgen. Doch die Anforderungen verändern sich: Der Strombedarf steigt, etwa durch Wärmepumpen, E-Mobilität und mehr Eigenstromerzeugung. Deshalb wird das Stromnetz stetig weiterentwickelt und für neue Anforderungen vorbereitet. Auch das Gasnetz steht vor einem Wandel. Da Erdgas in der Zukunft kaum noch eine Rolle spielen wird, prüfen wir, welche Leitungen stillgelegt oder für grüne Gase wie Wasserstoff oder Biomethan umgerüstet werden können. Parallel dazu gewinnt die gemeinsame Wärmeversorgung an Bedeutung: In dicht besiedelten Gebieten bieten Nah- und Fernwärmenetze eine effiziente und klimafreundliche Alternative zu fossilen Heizsystemen.

 

Luftaufnahme vom Kreisverkehr am Rathaus in Uelzen

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      Ökostrom

      Wir versorgen Uelzen zuverlässig mit regional produziertem Ökostrom. Sie profitieren von transparenter Energie, die klimafreundlich erzeugt wird.

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      Erdgas

      Wir bieten Ihnen eine sichere Erdgasversorgung. Unsere Tarife sind klar strukturiert und auf den Bedarf in Uelzen und der Region abgestimmt.

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      pluscard

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